Polazk
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| Einwohner: |
90 000 |
| Lage: |
an der Westlichen Dwina im Norden
Weißrußlands |
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| Geschichte: |
862 erste Erwähnung
1044-66 Bau der Sophienkathedrale 11/12 Jh. Zentrum
eines mächtigen Fürstentums
seit 1307 zum Großfürstentum Litowsk mit
besonderen Privilegien
1772 rechtsufiger Teil zu Rußland,
linksufriger Teil zu Polen
1793 vollständiger Anschluß an
Rußland
1941- 44 Besatzung durch deutsche Truppen
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Polazk gilt als älteste Stadt Weißrußlands.
Die Stadt wurde urkundlich erstmals im Jahre 862 erwähnt
und zu damaligen Zeiten Hauptstadt eines mächten
Fürstentums, bis das Gebiet im 14. Jahrhundert im
Litowsker Großfürsten aufging.
Eins der
ältesten Gebäude der Stadt (und des Landes) ist die
Sophienkathedrale aus dem 11. Jahrhundert. Zur Zeiten des
Kiewer Reiches wurden vier baugleiche Kirchen, eine davon in
hier Polazk, nach dem Vorbild der Hagia Sofia in Istanbul
gebaut.
Im nordischen Krieg im 18. Jahrhundert wurde die Kirche durch
Feuer weitgehend zerstört und danach in wenigen Jahren im
anderen (romanischer-barock) Stil wieder aufgebaut.
Heute wird die Kirche als Museum und Konzerthalle genutzt. Das
besondere an dieser Kirche ist die Orgel (in orthoxen Kirchen
nicht üblich), die aus Zeiten stammt, als die Kirche
kurzzeitig römisch-katholisch genutzt wurde.
Die westliche Dwina, die unterhalb der Sophienkathedrale
entlangfließt, teilt die alte historische Stadt von
der neuen Stadt, in der sich mehrere Industriebetriebe
angesiedelt haben.
Eine weitere bedeutende Anlage der Stadt ist das Kloster der
Heiligen Jewrosinija, die zu den großen Aufklärern
der damaligen Zeit zählte, am Rande der Stadt.
Um ihren Brautwebern zu entgehen ging die 12 jährige
Jewrosinija in Kloster, doch das Leben dort erfüllte sie
nicht. Nach wenigen Jahren ging sie zum Bischof mit der Bitte,
ein eigenes Kloster gründen zu dürfen. Diese Bitte
wurde ihr gewährt und in den Jahren 1128-56 wurde von dem
Mönch Johann die Erlöserkirche als Grundstein
für das noch heute bestehende Kloster gebaut.
Einer der bekanntesten Einwohner der Stadt ist der
Aufklärer Frantsysk Skarina, der als erste in
Weißrußland die Buchdruckkunst einführte. Ihm
sind heute viele Denkmäler und Straßenbezeichnungen
gewidmet im ganzen Land gewidmet.
Studiert hatte er in Padua/Italien, wo er an der
Universität das Diplom für Heilwissenschaften und den
Doktor der Philosophie machte. In den Jahren 1517-19 hatte er
in Prag 23 Bibeln in weißrussischer Sprache gedruckt,
danach richtete er in Vilnius eine Druckerei ein und setzte die
Herausgabe der Bibel in weißrussisch fort.
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