Naturschutzgebiet Belaweschskaja Puschtscha
Namensgebung:
Belaweschskaja:
Am Rand des Naturschutzgebietes steht seit 800 Jahren ein
alter Grenzwachturm, nachdem jenes Gebiet seinen Namen hat,
denn das altweißrussische Wort "belajweschi" bedeutet
soviel wie Wachturm.
Puschtscha:
steht im Weißrussischen für einen großen,
erhabenen, unberührten, jahrhundertealten, dichten Wald.
| Größe: |
145000 ha, davon 87600 in
Weißrußland und 57400 in Polen.145 000 ha,
davon 87 600 in Weißrußland und 57 400 in
Polen. |
| Geschichte: |
früher riesige Waldgebiete von der Ostsee bis zum
Bug und von der Oder bis zum Dnepr. Ab dem 16. Jahrhundert
wirtschaftliche Ausbeutung unter polnischen Herrschaft.
1795 Übergang an Rußland (Katharina II); der
Wald wurde an Fürsten verteilt, die sich im Krieg
auszeichneten.
1811 Großbrand mit verheerendem Schaden
1842 Waldertragsreglung
1861 Wiederansiedlung selten gewordener Tierarten
1888 Übergang in Zarenbesitz, Jagdrevier des
Zaren
1939 Offizieles Naturschutzgebiet, ab 1957 als Jagdrevier
der Sowjetregierung genutzt
1992 Aufnahme in die Liste des Welterbes der
Menscheit |
Das Naturschutzgebiet ist geprägt durch seine
Vielfalt an Landschaften. Man findet hier finstere
Tannenwälder, aber auch dichte Kiefernwälder und
Eichenhaine. Auch gibt es viele Süpfe und kleinere
Seen.
Weite Teile des Naturschutzgebietes sind nicht oder auf
kleinen Wegen und Pfaden nur schwer zugänglich.
Eine reichhaltige Tierwelt ist in den hiesigen Wäldern
beheimatet, darunter auch viele Tiere, die auf der Roten Liste
stehen. Man zählt heute über 230 Tier- und 28
Fischarten, unter ihnen Wisente, Hirsche, Rehe,
Waschbären, Dachse, Wildschweine, Füchse, Luchse,
Marder, Biber, Königsadler, Falken, Schlangenadler,
Rotmilan, Schwarzstorch, Uhu, Birkhühner,
Haselhühner, Schwäne, Enten, Plötz, Hecht,
Barsch, Schlei, Alant und Aal.
Einige Tierarten haben hier vor dem Aussterben bewahrt
werden können, andere wurden, nachdem sie bereits in
dieser Gegend ausgestorben waren, wieder neu angesiedelt. So
auch die Wisente, die 1919 in Europa als ausgestorben galten.
Lediglich in Zoos gab es noch 52 Wisente. Von diesen wurden
fünf Tiere in den 20er Jahren wieder ausgesetzt. Der
Bestand hat sich recht schnell wieder erholt, so daß
heute wieder fast 300 Tiere in freier Wildbahn und in den zum
Naturschutzgebiet gehörenden Gehegen leben. Die hier
beheimateten Wisente als einzige in Europa freilebende ihrer
Art sind das Wahrzeichen des Naturschutzgebietes.
Am Eingang des Naturschutzgebietes befindet sich ein
Restaurant und ein Museum, in dem man einiges über die
Geschichte, die Tier- und Pflanzenwelt des Naturschutzgebietes
erfahren kann. Die Pflanzen und Tiere sind nicht nur auf
Photographien und Zeichnungen zu sehen, sondern auch in
ausgestopfter und konservierter Form. Natürlich kann man
einen Teil der Tiere und Pflanzen auch dierekt bewundern. In
großzügig angelegten Gehegen leben Wisente,
Bären, Hirsche, Rehe, Wildschweine, Wildpferde und andere
Tiere. Bei einem Spaziergang entlang der Gehege bewegt man sich
auch in mitten der vielfältigen Pflanzenwelt.
Aber längst nicht alle Wege sind für den normalen
Touristen zugänglich. Um ins Innere des
Naturschutzgebietes zu gelangen, braucht man eine
Sondergenehmigung, die man gegen Geld auch bekommt.
In diesem Punkt befindet sich der Staat auch in einem
Gewissenskonflikt, auf der einen Seite möchten sie so
wenig Leute wie möglich in das Naturschutzgebiet lassen,
um die Natur zu schützen, aber auf der anderen Seite ist
der Tourismus eine gute Einnahmequelle.
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