Weißrussische Volksmärchen
Märchen sind die Seele eines Volkes. Von Generation zu
Generation wurden sie seit altersher überliefert.
Die weißrussischen und russischen Volksmärchen
lassen sich in drei Gruppen einteilen: Tiermärchen,
Hausmärchen und Zaubermärchen.
Tiermärchen
Die ältesten Märchen sind die Tiermärchen.
Jedem Tier ist ein nur ihm eigener Charakterzug zugeordnet. So
ist der Fuchs schlau und listig, der Hahn leichtsinnig und
selbstsicher. Die Tiere können sprechen und verhalten sich
wie Menschen. Als Beispiel sei hier
Nicht mit Kraft, sondern mit
Verstand genannt, in dem ein Bär von einem einfachen
Mann überlistet wird.
Hausmärchen
Die Hausmärchen sind den Tiermärchen sehr
ähnlich, doch sind sie wesentlich jünger. Die Helden
sind gewöhnliche Menschen der einfachen
Bevölkerungsschicht, die in einer realen Welt leben und
gegen reale Probleme ankämpfen.Dort gilt es den
Gutsbesitzer, Popen oder General mit Verstand und Kühnheit
zu überlisten, so wie in dem Märchen
Der Gutsherr und der Knecht.
Zaubermärchen
Die Zaubermärchen sind viel komplexer aufgebaut als die
anderen beiden Gattungen. Der Held begibt sich oft auf eine
gefahrenvolle und lange Reise, um die Braut zu retten, Freunden
zu helfen oder Feinde zu besiegen. Oft muß gegen Drachen,
Hexen und Zauberer gekämpft werden, wie in dem
Märchen Wie Wasil den Drachen
überwandt. Tiere, Pflanzen und Naturgewalten handeln
wie Menschen und kämpfen gegeneinander. So stehen sie dem
Held bei oder hindern ihn, sich seinem Ziel zu nähern.
Böse Gestalten, die häufig in den Zaubermärchen
auftauchen sind die Hexe Baba-Jaga, der Zauberer Kaschtschej
der Unsterbliche und der dreiköpfige Drache Smej
Gorynytsch.
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