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Tschernobyl-Initiative
in der Propstei Schöppenstedt e.V. |
Religionen in Weißrußland
Weißrußland liegt geographisch genau an der Grenzlinie zwischen den Einflußbereichen zweier großer christlicher Kirchen: Der römisch-katholischen Kirche im Westen und der russisch-orthodoxen Kirche im Osten. Die Trennung dieser beiden Kirchen ist sehr alt und geht zurück auf das Jahr 1054. Selbstverständlich haben sich beide Religionen danach sehr unterschiedlich entwickelt, was man in Gottesdiensten, Kirchen, Symbolen und auch im religiösen Verhalten der Gläubigen bemerkt. Das Bild rechts zeigt die "Heilige-Geist" Kirche, welche die Altstadt "Trajeskaje" von Minsk überragt. In vielen Orthodoxen Kirchen finden die Gottesdienste fast
täglich statt, die Dauer beträgt jeweils etwa 2-3
Stunden; allerdings ist es jederzeit erlaubt die Kirche zu
betreten oder zu verlassen. Der Gottesdienst besteht
größtenteils aus Gebeten, Liturgien, Fürbitten
und Bibellesungen. Der sonntägliche Hauptgottesdienst
unterscheidet sich im Aufbau und im Inhalt von den
alltäglichen, er hat aber die gleiche Dauer. Der
Gottesdienst wird von einen männlichen Geistlichen gehalten, welcher auch
predigt. Die Gemeinde selbst ist nur an einigen Gesängen
und an wenigen Hauptgebeten beteiligt. Für die
Fürbitte kann jeder Gläubige am Eingang, wo auch
Kerzen verkauft werden, einen Zettel mit einem Namen abgeben,
den der Geistliche dann in seiner Fürbitte erwähnt.
Vor der Kirche oder im Vorraum werden Ikonen, Kerzen und
Bücher verkauft. Aus dem Erlös und den Opferspenden
werden die Geistlichen bezahlt, denn staatliche oder private
Gehälter gibt es nicht für sie.
Die katholische Kirche in Weißrußland richtet sich in ihren Ritualen größtenteils an die Vorgaben aus Rom, so das der Ablauf ihrer Gottesdienste den katholischen Gottesdiensten in Deutschland sehr ähnlich sind. In der Geschichte gab es immer wieder Versuche, den Riß zwischen den russisch-orthodoxen und den römisch-katholischen Christen zu verkleinern. Einer dieser Versuche war die Bildung der sog. unierten Kirche, die heute in Weißrußland auch von großer Bedeutung ist. Die Rituale dieser Glaubensrichtung ist der russisch-orthodoxen Kirche angelehnt, allerdings wird der Führungsanspruch Roms von der unierten Kirche anerkannt. Zusätzlich gibt es auch noch kleinere Gemeinden von weiteren christlichen Glaubensrichtungen, z.B. Baptisten oder auch die Lutherische Kirche² (mit Gemeinden u.a. in Minsk, Hrodno, Homel und Wizebsk).
Vor dem 2. Weltkrieg lebten über 500.000 Juden in Weißrußland. Jedoch begann nacht der Besetzung Weißrußlands durch deutsche Truppen auch für die weißrussischen Juden der Holocaust. Über 500.000 weißrussische Juden starben in deutschen Konzentrationslagern oder wurden von deutschen Truppen ermordet. Die heutigen jüdischen Gemeinden haben viele Probleme.
Zum einen bekommen sie keinerlei finanzielle Unterstützung
durch die weißrussische Regierung, zum anderen sind viele
Gläubige im Rentenalter und es gibt nur wenig Nachwuchs.
Viele Juden verlassen auch das Land auf der Suche nach einer
besseren Zukunft.¹ Auch kleinere moslemische Gemeinden existieren in Weißrußland. Unter der sowjetischen Diktatur wurden alle Religionen massiv unterdrückt, Kirchen wurden enteignet, geplündert, teilweise auch abgerissen und einer anderen Nutzung zugeführt (z.B. als Turnhalle oder Stall). Unzählige Gläubige wurden in Gefangenenlager verschleppt. Was von den Religionen erhalten blieb, wurde massiv durch die sowjetische Regierung überwacht und kontrolliert. Nach dem Ende der UdSSR ging es auch für die Religionsgemeinschaften aufwärts. Viele Gemeinden wurden gegründet, Kirchen restauriert oder auch neu aufgebaut. Heute existeeren in Weißrußland bereits wieder sehr viele, sehr schöne religiöse Gebäude. Anmerkungen
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