Brest
|
|
| Einwohner: |
303 000 |
| Lage: |
Hauptstadt des Brester Gebiets,
an polnisch-weißrussischer Grenze,
am Fluß Muchavets, der in den westlichen Bug
fließt |
|
| Name: |
Berestje
von berest = Ulme, berjosa = Birke |
| Geschichte: |
erste urkundliche Erwähnung 1019 als
Handelszentrum an der Grenze Russ. Reich, Polens,
Litauen
bis 12 Jh. Kiever Reich
1390 Selbstverwaltungsrecht auf Grundlage des
Magdelungerrechts
14/15 Jh. eine der bedeutensten Städte im
Großfürstentum Litauen
1569 zu Polen
1795 zum russ. Zarenreich
1865 - 1886 Bau mehrer Eisenbahnlinien
>Verkehrsknotenpunkt<
1918 Friede zu Brest- Litowsk
1941 - 44 Besatzung durch deutsche Truppen
|
| Internetlink: |
http://www.brestonline.com/
|
|
Unmittelbar an der
Grenze zu Polen liegt die alte Grenzstadt Brest. Aufgrund
seiner Lage ist Brest schon seit vielen Jahrhunderten so etwas
wie eine "Schnittstelle" zwischen den verschiedenen Russischen
Reichen und Mitteleuropa. Entsprechend eifrig werde auch viele
Arten von Handelsgeschäften in Brest betrieben, darunter
sicher auch einige, die besser nicht dem Zoll zu Ohren
kommen.
In Brest ist man Fremden gegenüber meist sehr
freundlich und aufgeschlossen. Viele Gäste haben ihr
Quartier im Hotel "Belarus". Dort gibt es gute Zimmer, gutes
Essen und freundliches Personal. Und meistens auch warmes
Wasser...
Fährt man mit dem Zug vom Westen aus nach
Weißrußland, so hat man in Brest einen Aufenthalt
von 3-4 Stunden. Grund hierfür ist ein Wechsel des
Radsätze der Züge.
Im westlichen Teil Europas verwendet die Eisenbahn
eine Spurweite von 1435 mm. Dieser etwas "krumme" Wert
entspricht der Spurweite der alten Postkutschen. In
Rußland lies erst später der Zar Nikolaus I. ein
Eisenbahnnetz bauen, und zwar nach dem damals aktuellen Stand
der Technik mit einer Spurweite von 1520 mm (5 Fuß). Und
da es unmöglich ist, alle Schienen in Rußland oder
in Westeuropa auszutauschen, wechselt man der Einfachheit
halber nur die Radsätze der Waggongs.
Die Züge aus Westen kommen im sogenannten Warschauer
Bahnhof an, in einer der Werkhalle wird jeder Wagon einzeln
hydraulisch angehoben, das Fahrgestell herausgezogen und ein
neues Fahrgestell eingeschoben, um dann in den Moskauer Bahnhof
einzufahren und die Reise Richtung Osten fortzusetzen.
Während des Umbaus bleibt der Fahrgast gewöhnlich im
Zug sitzen, aber man kann die Zeit auch nutzen, um sich den
Bahnhof und seine Umgebung anzuschauen.
Güterwagen werden häufig umgeladen, was im Zeitalter
von Containern ja auch kein Problem mehr.
Wie soviele andere
Grenzstädte kommt auch Brest nachts niemals wirklich zur
Ruhe. Irgendwo gibt es immer Licht und Aktivitäten.
Und wenn sich der Schleier der Nacht über Brest gelegt
hat, dann werden auch so manche häßliche Ecken in
dieser alten Stadt überdeckt. Ein beeindruckender
Anblick.
Aber auch
tagsüber gibt es in Brest viel zu entdecken. Es gibt eine
Vielzahl von Kirchen, Museen, eine sehenswerte Altstadt und
natürlich auch Restaurants, Cafés und
Geschäfte.
Ein Einkaufsbummel durch die vielen Geschäfte in Brest
lohnt sich immer, denn es gibt viel zu entdecken, sowohl in den
großen Einkaufszentren als auch in den vielen kleinen
Geschäften.
In der Nähe von Minsk liegt der Naturpark
Belaweschskaja Puschtscha .
Die Festung von Brest
Schon von weitem ist der mächtige sternförmige
Eingang des Memorialkomplexes auf dem Gelände der Bester
Festung zu sehen. Aus Lautsprechern in der Decke ertönt
Kriegsgefecht.
Mitte des 19. Jahrhundert wurde der Bau der Festung
begonnen, aber nie beendet. Die Festung bestand aus der
Zitadelle im Zentrum, der Terespoler Festung im Osten, der
Wolynsker Festung im Süden und der Kobriner Festung im
Norden. Das alte Stadtzentrum von Brest, das am
Zusammenfluß von Muchavets und dem Westlichen Bug sich
erstreckte, wurde zu diesen Zwecken umgebaut. Die Handwerks-
und Kaufmannshäser wichen den Kasernen für die
Zitadelle. Auch die kirchlichen Bauten wurden für
militärische Zwecke umgestaltet. Es blieb eine Kirche als
Garnisionskirche. Diese wurde im Zweiten Weltkrieg start
zerstört, aber vor wenigen Jahren begann man mit dem
Wiederaufbau dieser Kirche.
Schon zu Beginn des Sturmes deutscher Wehrmachttruppen
im September 1939 wurde die Festung grötenteils
zerstört. Die weitestgehend unzerstörten Teile der
Zitadelle wurden von der Roten Armee dann als Unterkunft ihrer
Truppen genutzt.
Nach dem Kriegsbeginn 1941 wurde die Festung von den
Deutschen belagert. Sie lagen gegenüber des Cholmker Tores
auf der anderen Seite des Flußes und hielten das Tor bei
Ausfällen der Belagerten unter Beschuß oder auch bei
Versuchen, an den Fluß zum Wasserholen zu gelangen. Mit
nur wenigen Soldaten wurde die Festung über einen Monat
lang gehalten.
Den gefallenen Helden des Krieges und der Festung zu
Ehren wurden mehrere Denkmäler errichtet, so auch das
Denkmal "Mut", das einen einfachen unbekannten Soldaten zeigt.
Vor diesem Denkmal brennt das Ewige Feuer zum Andenken und Ruhm
der Gefallenen. Jedem Gefallenen ist eine Steinplatte mit
seinem Namen, soweit er bekannt war, gewidmet. Aus den
Kellerruinen erklingt leise eine Trauermelodie von
Händel.
|