Erklärung von Geseke 2005
"Kindererholungsreisen in Ausland werden fortgesetzt!"
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Mit Hochachtung nehmen wir, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der
Deutsch-Belarussischen Partnerschaftstagung vom 11 .- 13.02.2005 in
Geseke, wahr, wie viele Menschen sich in Ost und West für ein
nachbarschaftliches und menschenwürdiges Miteinander engagieren.
Die Deutsch-Belarussische Partnerschaftstagung ist dafür selbst
ein beredtes Zeichen. Das betrifft die hohe Zahl von über 450
Teilnehmenden aus Belarus und Deutschland, aber auch die gewachsenen
Formen der Partnerschaft, der Freundschaft und gemeinsamen Verantwortung.
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Dankbar schauen wir zurück auf 15 Jahre der Annäherung und
Begegnung, der Zusammenarbeit und der gemeinsamen Suche.
Die Partnerschaften sind:
- ein Weg der Versöhnung und des Friedens zwischen unseren Völkern.
- ein Weg neuen Kennenlernens in Achtung, gegenseitiger Ermutigung und Inspiration.
- ein Weg gemeinsamer Verantwortung für Leben und Zukunft.
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Zusammen mit der Weltgemeinschaft der Vereinten Nationen bewegt uns
das Schicksal vor allem der Kinder angesichts der immer noch anhaltenden
Folgen der Katastrophe von Tschernobyl. Die belarussischen Kinder, die
in den letzten Jahren zur Erholung nach Deutschland fuhren, sind zugleich
zur Brücke geworden. Zu Tausenden kleiner Brücken des Friedens
von Mensch zu Mensch, von Familie zu Familie, von Ort zu Ort.
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Die jüngsten äußerungen von belorussischer Seite zu den
Kindererholungsreisen haben zu Protesten in Belarus und im Ausland
geführt. Auf der Konferenz haben nun der stellvertretende
Außenminister Alexander Michnewitsch und Oxana Petrenja vom Department
für humanitäre Hilfe klargestellt, dass die Kindererholungsreisen
ins Ausland auch in Zukunft von der belorussischen Regierung gewollt werden
und in bisherigem Ausmaß fortgesetzt werden sollen.
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Wir verweisen auf das Recht und die Verantwortung der Eltern und der
Betroffenen, sich in Initiativen zu vereinigen, und die Erholung ihrer Kinder
selbständig zu organisieren. Die Aufgabe des Staates ist es, den Rahmen
zu klären und den Freiraum zu schaffen, damit die Initiativen ihrer
Aufgabe eigenständig nachgehen können.
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Zusammen mit den Vereinten Nationen sehen wir "Tschernobyl" als
bleibende Herausforderung auf Generationen hin [1].
Konkrete Hilfe kann angesichts der vielen Nöte in aller Welt nur durch
konkrete Begegnungen kontinuierlich aktiviert werden. Die Kindererholungsreisen
sind für viele Menschen im Ausland zum Auslöser und beständigem
Bezugspunkt ihres Engagement geworden. Die Erholungsreisen sind ein zentraler
Bestandteil im Engagement der über 600 Deutsch-Belarussischen
Partnerschaften.
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Zusammen mit den Vereinten Nationen nehmen wir das Recht eines jeden Kindes
auf Gesundheit ernst und erinnern daran, die internationale Zusammenarbeit
zu unterstützen und zu fördern, "um dieses Recht in einer
Umgebung. ... die der Gesundheit des Kindes ... förderlich ist"
[2] zu verwirklichen. In den Kindererholungsreisen ins
Ausland sehen wir zugleich einmalige Bildungschancen interkulturellen Lernens
in einer zusammenwachsenden Welt. [3]
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Wir fordern deshalb alle deutschen und belarussischen Behörden, die mit
den Kindererholungsreisen ins Ausland belässt sind. auf. alles zu tun:
- dass die Kinder von Tschernobyl" auch weiterhin reisen können.
- dass die bewährten Brücken des Friedens nicht beschädigt werden.
- dass die bewährte Zusammenarbeit zwischen den Menschen und nichtstaatlichen Initiativen
auch in Zukunft erhalten bleibt und angemessen gefördert wird.
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Wir rufen alle Initiativen und Engagierten auf, alles zu tun damit die Kinder
auch in Zukunft ihre Freundinnen und Freunde in der Welt besuchen und bei ihnen
für ihre Gesundheit Erholung und Stärkung finden.
Fußnoten
- Resolution der UNO-Vollversammlung 45/190 vom 21.12.1990
- Kinderrechtsschutzkonvention der UNO vom 20.11.1989. Art. 24 und 39.
- Ebenda. Artikel 29
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