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Tschernobyl-Initiative
in der Propstei Schöppenstedt e.V. |
Tschernobyl und die Katastrophe
In der Nacht vom 25. zum 26. April 1986 explodierte der Reaktor Nr. 4 des Leninkraftwerkes bei Tschernobyl und brannte in den folgende Tagen aus. Dabei wurden große Mengen radioaktiv strahlender Substanzen in die Luft geschleudert, die sich in der näheren und weiteren Umgebung niederschlugen. Die Strahlung ließ Menschen erkranken und sterben. Sie machte ganze Regionen in Weißrussland und in der Ukraine unbewohnbar. Die Städte Pripjat und Tschernobyl in unmittelbarer Umgebung des geborstenen Reaktors wurden innerhalb von Tagen evakuiert. In Weißrussland wurde die Gefahr erst nach Jahren bekannt gemacht. In einem Dorf starben fast alle Männer. Frauen, Großmütter und Kinder mußten Hab, Gut und Vieh zurücklassen und wurden zwangsausgesiedelt. Die Häuser wurden zerstört und die Trümmer eingegraben. Ärzte kämpfen um das Leben von Kindern, operieren Schilddrüsen am laufenden Band, bestrahlen, um Metastasen am Wachstum zu hindern, und müssen dennoch zu oft mit ansehen, wie der Tod stärker ist, als ihre Kunst. Verzweiflung kommt vor allem dann auf, wenn der Tod mit Medikamenten hätte aufgehalten werden können, wenn diese Medikamente aber fehlen, weil das ganze Land unter Armut leidet. Staatliche Stellen kontrollieren die Radioaktivität in Nahrungsmitteln, wohl wissend, daß die Mehrzahl der Bevölkerung, will sie nicht verhungern, unkontrolliert angebaute Lebensmittel verzehren muß. Die Not mancher Menschen ist so groß, daß sie in die verstrahlten Gebiete zurückkehren, weil sie nur dort eine Lebensmöglichkeit sehen. Viele Menschen leben in Ungewißheit: Wird die magere Rente zum Überleben reichen, wenn die Preise sich so weiter entwickeln? Wird meine Frau, mein Mann, werden unsere Kinder gesund werden oder gesund bleiben, oder werden sie von der schleichenden, heimtückischen Krankheit eingeholt? Soll ich das Kind unter meinem Herzen austragen, wo ich nicht weiß, ob es gesund geboren wird, ob wir es aufziehen und ernähren können? Weit über 100.000 Menschen mußten nach der Tschernobyl-Katastrophe ihre Heimat verlassen. 22% des weißrussischen Bodens sind radioaktiv verseucht. 300.000 junge Männer wurden als Liquidatoren bei Aufräumarbeiten am Reaktor hohen Strahlendosen ausgesetzt. Noch immer leben viele Hunderttausende in verstrahlten Gebieten und ernähren sich von verstrahlten Pflanzen. Seit dem Reaktorunfall vom 26. April 1986 wurde in der damaligen Sowjetunion und weltweit Hilfe organisiert. Junge Soldaten, Feuerwehrleute und Polizisten halfen - nicht nur freiwillig - bei den Aufräumarbeiten und riskierten Leben und Gesundheit. Die sozialistischen Staaten bauten eine neue Stadt für die Bewohner von Pripjat. 50 km östlich von Tschernobyl entstand so innerhalb von 2 Jahren die Stadt Slawutitsch. Schon unter den sozialistischen Regime bildeten sich Bürgerinitiativen, die aufklärten und Hilfe zur Selbsthilfe organisierten. Die sozial-ökologische Union in Minsk ist eine davon. Das medizinische System wurde ausgebaut. In Homel gründeten weißrussische Mediziner eine Klinik, an der junge Ärzte aus der Region für die Region ausgebildet werden. Massive Hilfe beim Auf- und Ausbau der medizinischen Versorgung kam aus dem Ausland, aus Japan, den USA, Österreich, Italien, Deutschland und vielen anderen Ländern. Neben staatlichen und halbamtlichen Stellen tragen zahlreiche, ja fast zahllose privat organisierte Gruppen zur Hilfe bei.
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Tschernobyl-Katastrophe Berichte und Bilder
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