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Tschernobyl-Initiative
in der Propstei Schöppenstedt e.V.


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5 Jahre - Tschernobyl-Initiative in der Propstei Schöppenstedt e.V.

Grußworte
anläßlich fünfjährigen Bestehens der Tschernobyl-Initiative in der Propstei Schöppenstedt e.V.

Dr. Christian Krause, Landesbischof
Prf. Dr. Manfred Kwiran, Amt für Religionspädagogik
Friedhelm Meiners, Landesmännerpfarrer
Bernhild Merz, Pröbstin
Prof. Rolf Wernstedt Präsident des Niedersächsischen Landtages
Wilhelm Schmidt, Bundestagsabgeordneter
Burkhard Drake, Landrat
Ruth Naumann, Samtgemeindebürgermeisterin
NIKOBELA, Niedersächsische Kontaktstelle Belrus
Karl P. Kerschgens, Leben nach Tschernobyl
Anatolij Netylkin, Vorsitzender der weißrussischen Blindgesellschaft
Wasil Jakowenko, Vorsitzender der Sozial-ökologischen Union
Prof. Wladimir Katko, Leiter des Zentrums für Kinderchirugie, Minsk
Olga Stockmann, Leiterrin der Lutherischen Gemeinde in Minsk


Landesbischof Dr. Christian Krause Wolfenbüttel

Zum 5. Jahrestag des Bestehens Ihrer Initiative in der Propstei Schöppenstedt grüße ich Sie herzlich. Gern erinnere ich mich an die zurückliegenden Begegnungen mit den Kindern aus Weißrussland, ihre Besuche im Landeskirchenamt und umgekehrt, an die fröhlichen Gesichter der kleinen und großen Sänger und Sängerinnen bei ihren Auftritten und alle Zeichen guter Gastfreundschaft. Mit Anerkennung und Dankbarkeit verfolge ich Ihre Initiativen und Ihre Hilfstransporte. Tschernobyl - das ist unendliches Leid und tiefe Hoffnungslosigkeit.

Tschernobyl steht aber auch für den aufopferungsvollen Einsatz vieler Menschen für internationale Partnerschaften und ökumenische Diakonie zwischen unseren Völkern und Kirchen.

Zu diesem Netzwerk gehört auch Ihre Initiative. Die Zahl der Aktiven, der Förderer und Spender, der gastgebenden Familien, die Unterstützung von Schulen und Kommunen - das alles sind hoffnungsvolle Zeichen für die Menschen in Weißrussland. Ihnen wünsche ich, dass Sie angesichts der drückenden Not und der bewegenden Schicksale der Menschen, deren Zeugen Sie werden, immer wieder die innere Kraft finden, das Ihnen Mögliche zu tun und am Engagement und der Unterstützung weiter festzuhalten. Die vielen kleinen Schritte sind nicht vergeblich. Möge Gott Ihr Tun und Ihre Gemeinschaft segnen.


Prof. Dr. Manfred Kwiran, Amt für Religionspädagogik Wolfenbüttel

Es will schon was heißen: "5 Jahre Tschernobyl - Initiative". Es ist schon eine bemerkenswerte Leistung, fünf Jahre ständiges Engagement mit Überlegungen, wie den Menschen, die noch heute an den Folgen der Tschernobyl- Katastrophe leiden, geholfen werden kann. Es blieb nicht nur bei den Überlegungen, sondern wurde in tatkräftige Hilfsmassnahmen umgesetzt. Dies bedeutete einen hohen zeitlichen Einsatz, den Mut Menschen anzusprechen und auf die Katastrophe und deren Folgen aufmerksam zu machen, immer wieder und immer wieder. Es verlangte und verlangt auch heute noch eine große Begabung des Organisierens, sowohl hier wie aber auch in Weißrussland. Das Engagement der vielen Ehrenamtlichen hier im Schöppenstedter Gebiet, der Transport von Hilfsgüter, der Einsatz vor Ort, die gerechte Verteilung an die wirklich Bedürftigen, das war nicht einfach. Es sind viele Kontakte geknüpft worden, viele Freundschaften haben sich entwickelt.

Ihre Arbeit konnte ich vor Ort in der Ukraine und in Weißrussland kennenlernen, überzeugend war nicht nur Ihr Einsatz in dem Kinderzentrum Nadeshda, sondern auch bei vielen bedürftigen Menschen, die ich bei den zwei Reisen mit Herrn Koch und anderen kennenlernen durfte. Unser Besuch in den Schulen machte deutlich, wie wichtig es ist, einen Schüler- und Lehreraustausch zu organisieren. So veranstaltete das Amt für Religionspädagogik gemeinsam mit der Männerarbeit und der Tschernobyl-Initiative ein Lehrerfortbildungsseminar zum Thema "Tschernobyl". Es finden Schulpartnerschaften statt und ein Lehrerseminar im Juni 2000, an dem ca. 20 Lehrkräfte aus Minsk teilnehmen werden. Auf der Ferienakademie "Dialog der Weltreligionen" nehmen acht Vertreter aus Minsk teil, u.a. Vassily Jakavenka, Präsident der Belarussischen Sozial-ökologischen-Union "Tschernobyl". Wir können von einander lernen und die Freundschaften die hier - wenn auch im Kleinen geknüpft - sind wichtige Schritte der Verständigung und ein wichtiger Beitrag für den Frieden in unserer Welt.

Vieles ist in den letzten Jahren geschrieben worden. So wurde in den Schulen das Buch von Erika Schuchardt "Die Stimmen der Kinder von Tschernobyl" (Freiburg 1996) oder das von Grigori Medwedew "Verbrannte Seelen. Die Katastrophe von Tschernobyl" (München 1991) in vielen Kursen zur Pflichtlektüre. "Die Tschernobylkinder" sind zu einem herausfordernden Begriff geworden. Ja mehr noch, zu einer Warnung für uns Menschen. Umso trauriger ist es, dass viele Menschen die Gefahren schon wieder vergessen haben. Erst erneute Katastrophen, wie die in Japan - in Tokaimura - lassen aufhorchen und zeigen auf, was menschliches Versagen anrichten kann. Mehr noch, auch in Japan versuchte die Regierung die Gefahr herunterzuspielen. So konnte man in der Frankfurter Rundschau lesen: "Genaue Werte über die Belastung hat die Regierung allerdings auch am dritten Tag nach der Katastrophe nicht veröffentlicht....Japanische Medien erhoben den Vorwurf, die Firma habe mit dieser Umgehung der Vorschriften Zeit sparen und die Produktionskosten senken wollen. Doch während die Regierung die Schuld auf die Betreiberfirma abzuwälzen versuchte, geriet sie selbst wegen der offensichtlich eklatanten Verletzung ihrer Aufsichtspflicht unter Beschuss." (Henrik Bork, Auch ein Kotau minderte die Wut der Bürger nicht, in: Frankfurter Rundschau, 4.Okt 1999,S.2) Wie wichtig es ist, genaue Informationen über solche Katastrophen zu erhalten, um in Zukunft präventive Massnahmen treffen zu können, wissen wir auch durch den Unfall von Tschernobyl zu Genüge. Es ist deshalb umso bedauernswerter zu lesen, dass weißrussische Behörden die Oppositionszeitung "Nawiny" (Neuigkeiten) geschlossen haben und wieder einmal ein Presseorgan zum Schweigen gebracht haben. (DAS 41 (8.Okt 1999),S.7). So kann ich Ihnen zu Ihren Engagement nur gratulieren. Sie haben nicht nur geholfen, Not zu lindern, sondern haben mit Ihrem Einsatz zu Begegnungen und Dialog geführt, der für uns alle lebenswichtig ist. Sie haben gleichermaßen auf die Katastrophe aufmerksam gemacht, auf die Gefahren und die Regierungen aufgefordert umzudenken, präventive Massnahmen zu treffen. Ihr Einsatz ist beispielhaft für unsere Kinder und Jugendlichen. In der Behandlung von Tschernobyl in der Schule geht es deshalb nicht nur um Hilfstransporte und Kinderbesuche, sondern um beispielhaftes Handeln, dass anregen kann umzudenken. Das kann helfen, neue Wege in der Nutzung der Atom- und Kernenergie zu gehen und Energiequellen zu nutzen, die dem Wohle der Menschheit, und somit auch uns, dienen können. Zu Ihrem Einsatz wünsche ich Ihnen auch weiterhin viel Mut, Geduld und viel Kraft.


Friedhelm Meiners, Landesmännerpfarrer Braunschweig/Wolfenbüttel

Die Erinnerung an jenen Tag im Mai ist in mir noch sehr lebendig: Mein ältester Sohn war damals noch kein Jahr alt – sein erster Sommer mit viel Spielen im Freien stand vor der Tür und dann sollte auch er schon die Folgen Katastrophe von Tschernobyl zu spüren bekommen. Er durfte eben nicht raus in den Sandkasten oder auf die Wiese und wir alle fürchteten jeden Regenschauer.

Natürlich war diese Einschränkung für unsere Kinder harmlos gegen das, was ihren Altersgenossen in vielen Regionen Weißrußlands widerfahren ist.
Aber wir haben damals alle gespürt, was Tschernobyl für uns und für die kommenden Generationen bedeutet.

5. Jahrestag der Tschernobyl - Initiative in der Propstei Schöppenstedt, das zeigt auch: Es gibt in unserem Land Männer und Frauen, die nicht nur die Erinnerung wach halten, sondern in tätiger Nächstenliebe Zeichen der Hoffnung setzen für junge Menschen, denen jede Perspektive genommen scheint.
Sie setzen sich mit großen Engagement und einem langen Atem für die Kinder ein, die immer wieder in Vergessenheit zu geraten drohen und die unserer Hilfe so sehr bedürfen. Wir wünschen Ihnen auch weiterhin viel Kraft und Freude bei dieser Arbeit.

Inzwischen hat sich ein großes Netzwerk gebildet und die Zusammenarbeit der Tschernobyl - Initiative in der Propstei Schöppenstedt mit der Männerarbeit der Ev. luth- Landeskirche in Braunschweig ist sehr intensiv und hat zu vielen neuen Freundschaften geführt. Auch das ist für uns ein Grund, Ihnen zu Ihrem Jahrestag ganz herzlich zu gratulieren!

Wir wünschen der Tschernobyl - Initiative in der Propstei Schöppenstedt für ihre zukünftige Arbeit Gottes Segen und wir wünschen uns auch weiterhin eine so gute und segensreiche Zusammenarbeit!


Bernhild Merz, Pröpstin in der Propstei Schöppenstedt

Die Katastrophe von Tschernobyl, das war kein Ereignis, daß wir als Tagesnachricht einfach wieder schnell vergessen konnten und durften. Dank der Tschernobyl-Initiative in der Propstei Schöppenstedt ist es in unserer Region kein fernes Ereignis geblieben, sondern wir denken heute dabei an Menschen in Weißrußland, die wir kennengelernt haben. Aus mancher Begegnung sind sogar Freundschaften erwachsen.

Im Rückblick auf fünf Jahre Tschernobyl-Initiative in der Propstei Schöppenstedt ist mir folgende Erzählung wichtig geworden:
Ein Rabbi fragte seine Schüler: "Wann wird die Nacht zum Tage?" Darauf antwortete einer der Schüler: "Vielleicht, wenn man einen Hund von einem Schaf unterscheiden kann?" "Nein", sagte der Rabbi. Da meinte ein anderer: "Vielleicht, wenn man einen Dackel von einem großen Baum unterscheiden kann?" "Nein", sagte der Rabbi. Da bedrängten ihn seine Schüler: "So sag doch, wann wird die Nacht zum Tage?" Da antwortete der Rabbi: "Wenn du in das Gesicht eines Menschen blickst und dabei entdeckst, daß sie deine Schwester oder dein Bruder ist."

Diese Erzählung beschreibt, so finde ich, die Erfahrung, die wir durch die Tschernobyl-Initiative gemacht haben. Wir haben die Not der Menschen in Weißrussland gesehen und in ihnen unsere Schwestern und Brüder entdeckt. Wir wollten Licht in das Dunkel bringen und haben entdeckt, daß sie unser Leben hell machen. Wir, die schenken wollten, wurden reich beschenkt. In jeder Begegnung haben wir erfahren, was Jesus gemeint hat mit seinem Wort: "Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen" (Mt. 5/7). Dafür danken wir Gott. Und wir bitten ihn, das er unsere Augen, Ohren, Hände und Herzen weiter öffne für unsere Schwestern und Brüder in aller Welt.


Prof. Rolf Wernstedt, Präsident des Niedersächsischen Landtages; Hannover

Allen Mitgliedern, Freunden und Förderern der Tschernobyl-Initiative in der Propstei Schöppenstedt e.V. übermittle ich aus Anlass des 5-jährigen Bestehens die herzlichen Grüße des Niedersächsischen Landtages. Gleichzeitig verbinde ich damit - auch als Mitglied im Kuratorium der Tschernobyl-Stiftung - meinen besonders herzlichen Dank für die von Ihnen in den vergangenen Jahren geleistete humanitäre und medizinische Hilfe.

Am 26. April 1986 - vor nunmehr also über 13 Jahren - kam es im Kraftwerk von Tschernobyl zur bislang größten Katastrophe in der Atomindustrie. Dieses Unglück, dessen verheerende Schäden noch heute spürbar sind, hat zahlreiche Tote, Verletzte und Versehrte gefordert. Alle Menschen, die Opfer dieser Katastrophe geworden sind und immer noch werden, verdienen unser Mitgefühl und unsere Unterstützung. Sie dürfen von uns nicht vergessen werden.

Über alle Grenzen hinweg hat dieses Unglück eine große Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Auch zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aus Niedersachsen - wie z. B. die Tschernobyl-Initiative in der Propstei Schöppenstedt zeigt - leisten durch ihr tatkräftiges Engagement einen nach wie vor unverzichtbaren Beitrag zur Linderung der Folgen der Reaktorkatastrophe und dokumentieren damit auf sichtbare Weise Solidarität und Mitmenschlichkeit.
Tausende von Kindern aus Tschernobyl waren in den vergangenen Jahren zur Erholung in Deutschland - und viele davon bei Familien in Niedersachsen. Diese Begegnungen haben - wie auch die zahlreichen Hilfstransporte - tragfähige Brücken zu den Menschen im Osten gebaut und einen wichtigen Beitrag für Frieden und Verständigung geleistet.

Alle, die wie die Mitglieder der Tschernobyl-Initiative in der Propstei Schöppenstedt mit in dieses Hilfsprogramm eingebunden sind, haben in den vergangenen Jahren Großartiges und Beispielhaftes erreicht. Ihr unnachahmliches Engagement verdient Respekt.
Deshalb ist das 5-jährige Jubiläum, das Ihre Initiative in diesem Jahr begeht, ein guter Anlass, nicht nur eine vorläufige Bilanz dieser Hilfe aus deutscher und weißrussischer Sicht zu ziehen, sondern auch, dieses Wirkens im Zeichen der Brüderlichkeit mit einem Gottesdienst zu gedenken.
Im Zeichen einer engen Verbundenheit mit der Tschernobyl-Initiative wünsche ich Ihnen weiterhin viel Erfolg und Gottes Segen für Ihre karitative und völkerverbindende Arbeit.


Wilhelm Schmidt, Bundestagsabgeordneter; Salzgitter/Berlin

Herzlichen Dank für Ihre Einladung zur Veranstaltung am 10.10.1999. Sie wissen, dass die Problematik der Kindergesundheit für mich seit Jahren ein ernstes Anliegen ist. Als Kinderbeauftragter der SPD-Bundestagsfraktion ab 1987 und als langjähriger Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes e.V. habe ich mich an vielen Stellen erfolgreich dafür einsetzen können, dass Kindern von den politisch Verantwortlichen stärker Gehör geschenkt wurde und wird. Und gerade die Kinder, die eher auf der Schattenseite des Lebens stehen, bedürfen nach wie vor unserer verstärkten Fürsorge.

Die strahlengeschädigten Kinder aus Tschernobyl verdienen uneingeschränkt, dass wir ihnen helfen. Die Hilfe hat zu erfolgen in medizinischer und auch in psychologischer Hinsicht. Dies praktiziert die Tschernobyl-Initiative in der Propstei Schöppenstedt in sehr vorbildlicher Weise seit nunmehr 5 Jahren. Sie dürfen sicher sein, daß ich Ihre Arbeit auch in Zukunft gern unterstütze. Denn - wie Sie sehr richtig sagen - von Entwarnung kann keine Rede sein. Wirklich nicht. Ich wünsche mir, dass auch künftig Bürgerinnen und Bürger unseres Landes Ihre Initiative tatkräftig und vor allem auch finanziell unterstützen werden.

Ihrer Veranstaltung wünsche ich einen erfolgreichen Verlauf und viele Impulse für die Zukunft.


Burkhard Drake, Landrat; Wolfenbüttel

Tschernobyl - dieser Name weckt Assoziationen. Wohl in fast jedem von uns ist die Erinnerung an die Reaktorkatastrophe vor 13 Jahren beängstigend lebendig. Das Unglück von Tschernobyl und seine furchtbaren Folgen wurden in den vergangenen Jahren bedauerlicherweise durch immer neue Schreckens- und Katastrophenmeldungen in den Hintergrund gedrängt. Dabei wird das Ausmaß der Folgeerkrankungen erst in etwa zwanzig Jahren voll sichtbar sein. Und auch, wenn die Menschen in den betroffenen Gebieten mit erstaunlich viel Lebensmut die augenblickliche Lage meistern, sind die durch die Katastrophe hervorgerufenen Schädigungen weitaus größer als allgemein bekannt.

Eine Initiative, die dafür gesorgt hat, dass der Name Tschernobyl im Landkreis Wolfenbüttel nicht in Vergessenheit geraten ist, blickt heute auf fünf Jahre ihres Bestehens zurück. Fünf Jahre lang hat die Tschernobyl-Initiative in der Propstei Schöppenstedt kontinuierliche, humanitäre und medizinische Hilfe geleistet für diejenigen Menschen, die auch heute noch von den Folgen der Katastrophe betroffen sind.
Mehrere Male ermöglichte die Initiative Kindern aus Weißrussland einen unbeschwerten Erholungsaufenthalt im Landkreis Wolfenbüttel. Sie organisierte Hilfstransporte nach Weißrussland und leistete fundierte und wichtige Aufklärungsarbeit. Ein weiterer Hilfstransport mit Kleidung. Spielzeug und Rollstühten ist für Mitte diesen Monats in Vorbereitung.

Als Landkreis Wolfenbüttel haben wir die Arbeit der Initiative von Anfang an ausdrücklich begrüßt und im Rahmen unserer Möglichkeiten unterstützt, indem wir über die normale Jugendförderung hinaus finanzielle Patenschaften für einzelne Gastkinder übernahmen. Dies soll auch in Zukunft so bleiben. Denn ich denke, dass die Arbeit der Tschernobyl-Initiative auch über die nächsten fünf Jahre hinaus wichtig und notwendig sein wird. Hierfür wünsche ich Ihnen die notwendige Unterstützung und auch weiterhin viel Erfolg.


Ruth Naumann,Samtgemeindebürgermeisterin; Schöppenstedt

Wir lassen die Kraniche fliegen, keine Grenze gibt´s die sie hält, sie tragen die Hoffnung auf Frieden in alle Länder der Welt.....
Der Kranich, der auch das Zeichen der vor 5 Jahren gegründeten Tschernobyl-Initiative der Propstei Schöppenstedt e.V. ist, gilt als Symbol für Hoffnung, Frieden, Gesundheit. Ich bin überzeugt, man hätte kein besseres Zeichnen finden können. Hat nicht die Tschernobyl Initiative auch die Grenzen überschritten, die Staatsgrenzen, aber vor allem die in den Herzen der Menschen?

Die eigentliche Hilfe begann ja bereits im Jahr 1991 als sich die Evangelische Jugend der Propstei Schöppenstedt in Kooperation mit weiteren drei Jugendpropsteien bei der Organisation von Erholungsaufenthalten engagierte. 1993 baute die Schöppenstedter Propsteijugend eine selbständige Initiative auf und seit 11.4.1994 führt der Verein diese Arbeit weiter. Es waren also Jugendliche, die unter Anleitung von Paul und Irene Koch und mit Unterstützung der Eltern, diese Initiative ins Leben gerufen haben, einer Initiative die heute noch besteht. Inzwischen wurde mit der weißrussischen Blindengesellschaft ein solider Partner gefunden und die Tschernobyl-Initiative unterstützt nicht nur das soziale Engagement der Blindengesellschaft, sondern vor allem das Bemühen die Folgen der Tschernobyl-Katastrophe zu mildern. Besonders wichtig ist dabei auch das gegenseitige Kennenlernen, das Abbauen von Vorurteilen bei uns, aber auch verständlicherweise, erst recht in Weißrussland. Der Kontakt von Mensch zu Mensch und die Hilfe stehen dabei im Vordergrund.

Und darum sagte ich anfangs auch, daß für mich der Kranich ein gut gewähltes Zeichen für den Verein ist, da er die Hoffnung auf Frieden symbolisiert, eine Hoffnung die sich nur erfüllen kann, wenn sich die Menschen näher kommen und sich gegenseitig helfen.

Für die in der Vergangenheit geleistete ehrenamtliche Arbeit sage ich ein ganz herzliches Dankeschön an den Vorstand des Vereins, an der Spitze mit Paul und Irene Koch sowie Herrn Dr. Dr. Wohlfarth für die wissenschaftliche Betreuung und Aufarbeitung sowie an alle Helferinnen und Helfer und bitte sie alle sehr, machen Sie weiter, die Initiative ist nach wie vor unverzichtbar.
Und ich ende mit den Worten, die auf dem "Friedensmahnmal der Kinder" im Friedensgedächnispark in Hiroshima eingraviert sind. Einem Aufruf der Kinder der Welt nach Frieden - ein Aufruf den wir aufnehmen sollten, da er auf alle Bereiche des Lebens zielt. Nicht nur auf kriegerische Auseinandersetzungen - sondern auch auf den sozialen Frieden und die Erhaltung unserer Umwelt.
"Das ist unser Ruf, das ist unser Gebet: Frieden für die Welt."


NIKOBELA, G. E. Weers, U. Steuemagel, K. Kobs, Prof. Dr. H. Schenk, W. Kopf, NiKoBela – Niedersächsische Kontaktstelle Belarus e.V.; Nienburg

NiKoBela - die Niedersächsische Kontaktstelle Beianis e.V. wünscht dem Verein Tschernobyl-Initiative in der Propstei Schöppenstedt e.V. anläßlich des 5jährigen Bestehens als Verein und davor bereits 3 Jahre als Initiative für die weitere Arbeit alles Gute und dankt als niedersächsisches Netzwerk für die bisher beeindruckende geleistete Arbeit im Namen der Tschernobyl-Kinder und ihrer Familien. In unserer Arbeit dürfen wir alle nicht die Augen davor verschließen, wie die gesellschaftliche und politische Situation in Belarus, der Ukraine und im betroffenen Gebiet der Russischen Föderation ist. Vor diesen Rahmenbedingungen müssen alle Tschernobyl-Initiativen ihre humanitäre Hilfe bewältigen.

Im Juli war eine niedersächsische Delegation (darunter NiKoBela) in Minsk und hat sich einen Ein- sowie Überblick über die gegenwärtige Situation in Belarus verschafft. Die Ergebnisse sind nach wie vor erschreckend, so sind z.B. zwei Menschen (inzwischen drei) spurlos verschwunden (Menschenrechtssituation), die Oppositions-bewegung hat mit eklatanten Schwierigkeiten zu kämpfen ( Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit, ungehinderter Zugang zu den Medien), die humanitären Organisationen vielerorts mit staatlicher Willkür (hohe Hürden z.B. bei der Regestrierungspflicht etc.). Ein ausführlicher Bericht wird derzeit erstellt und in Kürze dem Niedersächsischem Landtag übergeben. Die Beseitigungen dieser und auch anderer Behinderungen müssen wir permanent und mühsam einfordern und dürfen uns auch nicht durch Rückschläge ermutigen lassen, das gilt hier genauso wie in Belarus und zwar auf allen Ebenen.

Wir dürfen uns an dieser Stelle nochmals für die bisherige gute Zusammenarbeit bedanken und wünschen Ihrer Arbeit auch weiterhin alles Gute zugunsten der Tschernobyl-Kinder.


Karl P. Kerschgens, Leben nach Tschernobyl e.V.; Frankfurt/Main

Die zahlreichen Tschernobylinitiativen, die auch viele Jahre nach der Atomkatastrophe in der Ukraine kontinuierlich weiterarbeiten, verbindet die Motivation, der verführerischen Resignation zu widerstehen und konkrete Hilfe anstelle von Mitleidsbekundungen zu leisten. Daraus sind, auf die Bedürfnisse der Menschen in den verstrahlten Regionen bezogen, viele Beispiele solidarischen Handelns entstanden.

Eins davon ist das Erholungs- und Bildungszentrum für Kinder, Nadeshda, im Kreis Wilejka in Weißrussland, an dem wir uns als Verein in Form eines Mitgesellschafters beteiligt haben. Wir konnten uns dabei auf staatliche Zuschüsse und viele Spenden stützen. Aber das Geld allein, das im Zentrum Nadeshda investiert wurde, hat aus Nadeshda nicht das gemacht, was es heute ist: ein Ort interkultureller und persönlicher Begegnung und Lernens. Wir haben nicht nur Spenden überwiesen, sondern ein Gemeinschaftswerk von Deutschen und Weißrussen aufgebaut. Wir, das ist nicht allein unser kleiner Verein, sondern das sind Gruppen, Initiativen und einige hundert Menschen, die ihre Freizeit, ihre Ideen und ihre Fähigkeiten in den Aufbau und die Entwicklung des Zentrums Nadeshda eingebracht haben. Seit der Eröffnung des Erholungszentrums hat sich auch Ihre Tschernobyl-Initiative in der Propstei Schöppenstedt mit Paul Koch an maßgeblicher Stelle mit Handwerkereinsätzen, Sachspenden, Beratung und Information für Interessenten anlässlich von Studienreisen nach Weißrussland immer wieder beteiligt. In die Kooperation unserer beiden Vereine konnten wir in Frankfurt Erfahrungen und organisatorische Mithilfe bei der Vorbereitung und Durchführung Ihrer Studien- und Begegnungsreisen einbringen. Beide Vereine können jenseits von Argwohn und Rivalität, die leider im Engagement von Tschernobylinitiativen manchmal vorkommen, auf eine fruchtbare und sich ergänzende Zusammenarbeit in den vergangenen fünf Jahren zurückblicken.

Wir wünschen, dass wir mit Beharrlichkeit und weiterhin guter Zusammenarbeit die Folgen der Tschernobylkatastrophe, die noch viele Jahre spürbar sein werden, etwas lindern können.


Anatolij Netylkin,Vorsitzender der weißrussischen Blindengesellschaft; Minsk/Weißrußland

Heute feiern wir zusammen das 5-jährige Bestehen der "Tschernobyl-Initiative in der Propstei Schöppenstedt". 5 Jahre sind vergangen, aber es scheint, dass wir mit Ihrer Organisation, mit unseren allgemein geachteten Paul und Irene KOCH an der Spitze, schon ein paar Jahrzehnte bekannt sind. Die weißrussische Blindengesellschaft ist durch enge freundschaftliche Kontakte und fruchtbare Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen mit Ihnen verbunden.

Die Tschernobyl-Initiative leistet allseitige Hilfe, inklusive Transporte mit der humanitären Hilfe (zum mindesten zwei- dreimal alljährlich); Kindererholung im Falkenheim in Deutschland; jedes 2. Jahr finanzielle Unterstützung der Mutter-Kind-Kuren in Weißrussland und einer Reihe anderer Veranstaltungen. Und daran nehmen alle Mitglieder der Tschernobyl-Initiative aktiv teil.
Die sehbehinderten und alle sozialschwachen Menschen Weißrussland sind für Ihre uneigennützige Hilfe dankbar, die in solch komplizierten Zeiten einen grossen Beitrag darstellt. Dies ist ein treffendes Beispiel der wirklichen Zusammenarbeit, Verständnis und Solidarität zwischen beiden Völkern. Im Namen aller weißrussischen Sehbeninderten wünsche ich Ihnen gute Gesundheit, Wohlergehen, Glück, zuverlässige Freunde und weitere Erfolge in Ihrer edelmütigen Tätigkeit.


Wasil Jakowenko,Präsident der Sozial-ökologischen Union "Tschernobyl"; Minsk/Weißrußland

Es ist für mich persönlich eine hohe Ehre, im Namen der belorussischen sozial-ökologischen Union "Tschernobyl" Ihnen mit sehr wichtigen Sätzen zum 5-jährigen Jubiläum der Entstehung von Ihrer Organisation zu gratulieren. In der vergangenen Zeit konnten Sie in der Tätigkeit der Tschernobyl Initiative, einer bürgerlichen Organisation, die Sie, Christen und Bürger des Landes Niedersachsen, gegründet hatten, viele Erfolge vorweisen. Dieses Datum ist insofern sehr wichtig, daß Sie in sehr kurzer Zeit vieles gemacht haben.

Sie (deutsche Initiativen) haben mehr als eintausend Tonnen verschiedener humanitärer Sachen (Kleidung, Schuhe, Arzneimittel, Lebensmittel) gesammelt und nach Weißrußland (Belarus) gebracht. Von Jahr zu Jahr laden Sie Kinder aus den Familien von sehbehinderten Personen und auch anderer sozialschwachen Familien zur Gesundung ein. Sie haben eine belorussische Korrespondentin mit Gesundheitsproblemen für die Gesundung nach Deutschland eingeladen. Sie hatten das Mitglied unserer Organisation Michail K. für die Durchführung einer komplizierten Operation eingeladen. Wir begannen mit Ihnen und verwirklichten erfolgreich verschiedene wissenschaftliche Projekte. Wir begannen mit Ihnen auch das Projekt des Herausgebens von Bücher über den Tschernobylunfall. Nun entwickelt sich auch erfolgreich unsere Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Kultur. Alles das ist ein Grund, Ihnen, Ihren Freunden und Anhängern der Tschernobyl-Initiative herzlich zum ersten schönen Jubiläum zu gratulieren. Ich wünsche Ihnen weitere Erfolge, gute Gesundheit und lange Jahre für Ihre wichtige Aktivität.

Ihre freundschaftliche Beziehung zu uns, Ihre Solidarität und Hilfe geben uns, den Belorussen, die kein Glück im Leben haben, das Gefühl der Hoffnung und des Mutes.


Professor Wladimir Katko, Leiter des Zentrums für Kinderchirurgie; Minsk/Weißrußland

Ich gratuliere Ihnen zum 5-jährigen Jubiläum der Gründung der Organisation und wünsche Ihnen und allen Mitgliedern der Organisation viele Erfolge in Ihrer Tätigkeit als auch im privaten Leben. Ich bin sicher, daß die Tschernobyl Initiative in diesen 5 Jahren schon vieles gemacht hat, was nicht nur den Menschen, die von verschiedenen Problemen betroffen wurden, geholfen hat, ihre Probleme zu lösen oder zu mildem, aber auch der Sache der Verständigung zwischen unseren beiden Völkern gedient hat.

Ich bedanke mich auch bei Ihrer Organisation für die Übergabe verschiedener medizinischer Sachen im Juli diesen Jahres. Sie werden alle der Abteilung zur Rehabilitation von schwer erkrankten Patienten übergegeben und werden hier von großem Nutzen sein.
Ich erinnere mich an den Besuch Ihrer Expertengruppe im September des vorigen Jahres und bedanke mich für Ihren Willen, meinem Volk zu helfen.


Olga Stockmann, Lutherischen Gemeinde "Rettung"; Minsk/Weißrußland

Ich grüße Sie im Namen der lutherischen Gemeinde "Rettung" aus Minsk in Belarus. Gestatten Sie mir bitte, meine Dankbarkeit Herrn Koch für die Einladung auf die Veranstaltung anläßlich des fünften Jahrestages der Initiative "Tschernobyl-Hilfe" in Schöppenstedt zu äußern. Das ist eine große Ehre für mich und eine Möglichkeit des persönlichen Kontaktes.

Und jetzt ein bißchen Geschichte. 1996 hat Herr Koch mit einer Initiativgruppe unsere Gemeinde besucht. Sie war damals nicht zahlreich und wenig bekannt. Es war nichts, außer dem Glauben an Gott und dem Wunsch der lutherischen Lehre zu folgen. Wir versammelten uns in der Bibliothek und in meiner kleinen Wohnung. Wir freuten uns über die Bekanntschaft mit den Vertretern der evangelischen Kirche in Braunschweig, die uns den Geist von Martin Luther durch Bücher und Gespräche nahe gebracht haben. Seitdem wird mit Hilfe von Herrn Koch die Freundschaft mit der Initiative "Tschernobyl-Hilfe" gefestigt.
Die Gemeinde "Rettung" wurde 1993 gegründet. Sie war die erste lutherische Gemeinde in Weißrussland. Wir haben unseren Sitz in der 2 Millionenstadt, in der Hauptstadt von Belarus, wo es zahlreiche Kirchen gibt: orthodoxe, katholische, baptistische u.s.w.. Diese Kirchen haben große Gemeinden und gute Kirchengebäude. Unsere Gemeinde vertritt in Minsk die lutherische Kirche (bislang ohne Kirchengebäude). Wir kämpfen für unser Dasein und verkündigen die Lehre von Martin Luther. Ich bin Ihnen dafür dankbar, daß Sie an uns denken und uns nach Möglichkeit unterstützen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg in guten Taten, die Sie für die Menschen in Belarus machen.

Tschernobyl-Katastrophe

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Letzte Aktualisierung am 2006-11-12, Anja Stadelmann. Kontaktadressen